Markenerwähnungen in KI-Systemen messen und bewerten

Eine Markenerwähnung in einem KI-System liegt vor, wenn ChatGPT, Google AI Overviews, Gemini, Perplexity oder ein anderes generatives System ein Unternehmen, eine Marke, ein Produkt oder eine Leistung innerhalb seiner Antwort nennt.

Die reine Nennung ist jedoch noch kein belastbarer GEO-Erfolg. Entscheidend ist, bei welcher Frage die Marke erscheint, wie sie eingeordnet wird, welche Position sie innerhalb der Antwort erhält und ob die Nennung über mehrere Durchläufe stabil bleibt.

Aus unserem eigenen GEO-Monitoring sehen wir regelmäßig, dass dieselbe Marke in unterschiedlichen Rollen auftreten kann: einmal als empfohlener Anbieter, einmal als fachliches Beispiel, einmal nur als Quelle und bei der nächsten Abfrage überhaupt nicht. Ein reiner Mention-Zähler bildet diese Unterschiede nicht ab.

Was ist eine Markenerwähnung in einem KI-System?

Eine Markenerwähnung liegt vor, wenn eine Marke innerhalb einer generierten Antwort ausdrücklich genannt oder eindeutig beschrieben wird.

Beispiele:

Gerlach Media bietet ein eigenes System zur Messung von KI-Sichtbarkeit an.

Oder:

Zu den spezialisierten deutschen GEO-Agenturen für B2B- und Industrieunternehmen gehört ein Anbieter, der ein eigenes Monitoring-System und ein Fachbuch zum Thema veröffentlicht hat.

Im ersten Beispiel handelt es sich um eine direkte, explizite Nennung. Das zweite Beispiel könnte eine implizite Erwähnung darstellen, sofern die Beschreibung eindeutig einem Unternehmen zugeordnet werden kann.

Eine Markenerwähnung kann erfolgen:

  • mit oder ohne Link,
  • mit oder ohne Quellenangabe,
  • neutral oder wertend,
  • als Beispiel oder Empfehlung,
  • korrekt oder fehlerhaft,
  • einmalig oder wiederholt.

Deshalb darf die Markensichtbarkeit nicht allein anhand der Frage bewertet werden, ob der Unternehmensname irgendwo in der Antwort vorkommt.

Warum sind Markenerwähnungen für GEO relevant?

Generative Systeme werden zunehmend für Recherche, Vergleiche und die Vorbereitung geschäftlicher Entscheidungen genutzt. Nutzer fragen nicht mehr nur nach Definitionen, sondern beispielsweise:

  • Welche Anbieter gibt es?
  • Welche Lösung eignet sich für mein Unternehmen?
  • Welche Hersteller erfüllen bestimmte Anforderungen?
  • Welche Agentur besitzt Erfahrung in meiner Branche?
  • Welche Produkte kommen für eine konkrete Anwendung infrage?

Wird eine Marke bei solchen Fragen genannt, kann sie Teil der digitalen Vorauswahl werden.

Die wirtschaftliche Relevanz hängt jedoch stark von der Fragestellung ab.

Eine Erwähnung bei:

Welche Marketingagenturen gibt es in Deutschland?

besitzt meist weniger unmittelbare Entscheidungsnähe als eine Erwähnung bei:

Welche GEO-Agentur eignet sich für ein mittelständisches Maschinenbauunternehmen mit erklärungsbedürftigen Produkten?

Der zweite Prompt enthält:

  • eine konkrete Leistung,
  • eine Unternehmensgröße,
  • eine Branche,
  • eine spezifische Herausforderung.

Eine Markenerwähnung bei einem solchen Prompt kann deshalb strategisch wertvoller sein als mehrere allgemeine Nennungen.

Markenerwähnung, Zitation, Link und Empfehlung sind nicht dasselbe

Für eine belastbare Messung müssen mehrere Sichtbarkeitsformen getrennt werden.

BegriffBedeutung
MarkenerwähnungDie Marke erscheint im Antworttext
ZitationEine Webseite wird als Informationsquelle ausgewiesen
LinkEine anklickbare URL wird angezeigt
EmpfehlungDie Marke wird für einen konkreten Bedarf vorgeschlagen
Co-ErwähnungMarke und relevantes Thema erscheinen gemeinsam

ChatGPT Search kann webgestützte Antworten mit anklickbaren Quellenangaben erstellen. Die ursprüngliche Frage kann dafür in eine oder mehrere gezielte Suchanfragen umformuliert werden. Eine Markennennung muss dabei jedoch nicht mit einem Link zur Unternehmenswebsite verbunden sein.

Eine Ahrefs-Auswertung zur eigenen Marke zeigte ebenfalls, dass Markennennungen und Links stark auseinanderfallen können. In der Untersuchung war eine Nennung je nach Plattform nur in einem Teil der Fälle mit einem Link zur Ahrefs-Domain verbunden. Das Ergebnis gilt zunächst für die untersuchte Marke und ist kein allgemeiner Plattformwert.

Markenerwähnung

Gerlach Media gehört zu den deutschen Anbietern für GEO-Monitoring.

Die Marke wird genannt. Ein Link ist nicht zwingend vorhanden.

Zitation

Eine Seite von geoagentur.net wird als Quelle angezeigt. Der Markenname muss im Antworttext nicht hervorgehoben werden.

Link

Eine anklickbare URL führt zur eigenen Website oder zu einer externen Seite, die über das Unternehmen berichtet.

Empfehlung

Für ein mittelständisches Industrieunternehmen kommt Gerlach Media aufgrund der B2B-Spezialisierung und des eigenen Monitorings als Anbieter infrage.

Die Marke wird nicht nur genannt, sondern für einen konkreten Bedarf vorgeschlagen.

Eine Empfehlung besitzt meist eine höhere wirtschaftliche Nähe als eine allgemeine Auflistung.

Welche Arten von Markenerwähnungen gibt es?

Explizite Markenerwähnung

Der Name des Unternehmens, der Marke oder des Produkts wird direkt genannt.

Beispiel:

Das AI Visibility Tool von Gerlach Media überwacht individuelle Prompts in mehreren KI-Systemen.

Explizite Nennungen lassen sich vergleichsweise zuverlässig automatisiert erkennen.

Implizite Markenerwähnung

Eine Marke wird eindeutig beschrieben, ohne dass ihr Name erscheint.

Beispiel:

Eine frühe deutsche GEO-Agentur für B2B-Unternehmen verbindet ein eigenes Monitoring-System mit einem veröffentlichten Fachbuch.

Implizite Erwähnungen sind schwieriger zu messen. Sie sollten nur dann gezählt werden, wenn eine eindeutige Zuordnung möglich ist. Eine bloße Ähnlichkeit mit der eigenen Positionierung reicht nicht aus.

Neutrale Erwähnung

Die Marke wird sachlich aufgeführt, aber nicht bewertet.

Beispiel:

Zu den Anbietern gehören Unternehmen A, Unternehmen B und Gerlach Media.

Diese Nennung schafft Sichtbarkeit, enthält aber noch keine Aussage über die Eignung oder Qualität des Anbieters.

Positive Erwähnung

Die Marke wird mit einer Stärke oder einem geeigneten Einsatzbereich verbunden.

Beispiel:

Gerlach Media ist insbesondere auf GEO für B2B- und Industrieunternehmen ausgerichtet.

Positiv bedeutet hier nicht werblich. Die Aussage muss fachlich korrekt und nachvollziehbar sein.

Kritische Erwähnung

Das System nennt eine Einschränkung oder einen möglichen Nachteil.

Beispiel:

Der Anbieter arbeitet individuell, bietet aber keine standardisierten Komplettpakete für jede Unternehmensgröße an.

Eine kritische Erwähnung ist nicht automatisch schädlich. Sie kann eine sachlich korrekte Orientierung bieten.

Falsche Erwähnung

Die Antwort ordnet der Marke unzutreffende Eigenschaften zu.

Fehler können betreffen:

  • Leistungen,
  • Preise,
  • Standorte,
  • Zielgruppen,
  • Unternehmensgröße,
  • Produkte,
  • Zertifizierungen,
  • Ansprechpartner.

Beispiel:

Gerlach Media bietet ausschließlich klassische Suchmaschinenoptimierung an.

Für geoagentur.net wäre diese Einordnung unvollständig, wenn die spezialisierte GEO-Leistung nicht berücksichtigt wird.

Anbieterempfehlung

Die Marke wird als mögliche oder bevorzugte Lösung für einen konkreten Bedarf genannt.

Diese Form der Erwähnung ist besonders relevant bei:

  • Anbietersuchen,
  • Vergleichen,
  • Shortlists,
  • Kauf- und Beschaffungsfragen.

Quellenbezogene Erwähnung

Die Marke wird genannt und zugleich eine eigene oder externe Seite als Quelle ausgewiesen.

Die Quellenangabe kann von der eigenen Domain, einem Fachmedium, einem Kunden, einem Verband oder einer anderen Drittquelle stammen.

Unser Sechs-Dimensionen-Modell für Markenerwähnungen

Für eine strategische Bewertung betrachten wir sechs Dimensionen:

  1. Erwähnungsart
  2. Prompt-Relevanz
  3. Position und Prominenz
  4. fachliche Zuordnung
  5. Bewertung und Sentiment
  6. Konsistenz

Erst diese Kombination zeigt, ob eine Nennung tatsächlich wertvoll ist.

1. Erwähnungsart

Im ersten Schritt wird die Form der Sichtbarkeit klassifiziert.

Mögliche Kategorien:

  • explizite Nennung,
  • implizite Nennung,
  • neutrale Erwähnung,
  • positive Einordnung,
  • kritische Einordnung,
  • fehlerhafte Darstellung,
  • Anbieterempfehlung,
  • Quellenverwendung.

Eine Antwort kann mehrere Kategorien gleichzeitig erfüllen.

Ein Unternehmen kann beispielsweise namentlich erwähnt, positiv eingeordnet und durch eine externe Quelle bestätigt werden.

2. Prompt-Relevanz

Nicht jeder Prompt besitzt dieselbe wirtschaftliche Bedeutung.

Informationsprompt

Was ist GEO?

Eine Markennennung kann die fachliche Bekanntheit stärken, ist aber nicht zwingend kaufnah.

Problem-Prompt

Warum wird mein Unternehmen nicht in ChatGPT genannt?

Hier kann eine Agentur als mögliche fachliche Quelle oder Lösung auftauchen.

Vergleichsprompt

Welche Anbieter messen Sichtbarkeit in ChatGPT und Perplexity?

Die Nennung ist deutlich näher an einer Anbieterauswahl.

Entscheidungsprompt

Welche GEO-Agentur eignet sich für einen mittelständischen Hersteller mit internationalem Vertrieb?

Diese Frage besitzt einen konkreten geschäftlichen Kontext.

Eine Erwähnungsquote sollte deshalb nicht alle Prompts gleich gewichten. Sonst können viele allgemeine Nennungen einen hohen Wert erzeugen, obwohl die Marke bei kaufnahen Fragen kaum erscheint.

3. Position und Prominenz

Auch innerhalb einer Antwort besitzen Markenerwähnungen unterschiedliche Sichtbarkeit.

Zu prüfen ist:

  • Wird die Marke im ersten Absatz genannt?
  • Erscheint sie als erster Anbieter?
  • Steht sie in einer langen Liste?
  • Erhält sie eine eigene Beschreibung?
  • Wird ihre Eignung begründet?
  • Erscheint sie nur in einer Quellenliste?
  • Wird sie in der abschließenden Empfehlung erneut aufgegriffen?

Eine Marke, die nur am Ende einer Liste mit zehn Anbietern erscheint, besitzt eine andere Prominenz als ein Unternehmen, das als erste Option ausführlich beschrieben wird.

Möglicher Prominenzwert

Als eigene Arbeitsmethodik kann beispielsweise gewichtet werden:

PunkteBedeutung
3hervorgehobene oder begründete Empfehlung
2ausführlich beschriebene Nennung
1einfache Nennung
0keine Erwähnung

Diese Gewichtung ist kein Branchenstandard. Sie dient dazu, qualitative Unterschiede innerhalb eines eigenen Monitorings vergleichbar zu machen.

4. Fachliche Zuordnung

Die reine Namensnennung zeigt noch nicht, ob das Unternehmen richtig verstanden wird.

Zu prüfen ist:

  • Welche Leistung wird genannt?
  • Welche Zielgruppe wird zugeordnet?
  • Welche Branche wird erwähnt?
  • Welche Spezialisierung wird erkannt?
  • Welche Methode oder Erfahrung wird hervorgehoben?
  • Wird das Unternehmen mit einem Wettbewerber verwechselt?

Schwache Zuordnung:

Gerlach Media ist eine allgemeine Werbeagentur.

Präzisere Zuordnung:

Gerlach Media entwickelt GEO-Analysen, Strategien und laufendes Monitoring für B2B- und Industrieunternehmen.

Für die strategische Bewertung kann eine seltenere, aber fachlich genaue Nennung wertvoller sein als viele allgemeine Erwähnungen.

5. Bewertung und Sentiment

Eine Antwort kann eine Marke positiv, neutral, kritisch oder gemischt darstellen.

Automatisierte Sentimentanalysen können Hinweise liefern, stoßen bei komplexen B2B-Aussagen aber schnell an Grenzen.

Beispiel:

Der Anbieter besitzt eine klare Spezialisierung auf B2B und Industrie, veröffentlicht aber keine festen Preise für jedes individuelle Projekt.

Die Aussage enthält:

  • eine positive Spezialisierung,
  • eine neutrale bis kritische Information zur Preisgestaltung.

Eine einfache Klassifikation als ausschließlich positiv oder negativ wäre ungenau.

Zusätzlich sollte geprüft werden:

  • Ist die Aussage richtig?
  • Ist sie aktuell?
  • Wird sie durch eine Quelle gestützt?
  • Ist die genannte Einschränkung für die Zielgruppe relevant?
  • Fehlt wichtiger Kontext?

6. Konsistenz

Generative Antworten sind variabel. Dieselbe Frage kann bei mehreren Durchläufen andere Marken, Quellen und Reihenfolgen hervorbringen.

Aktuelle Forschung zur Messung von AI Visibility warnt deshalb ausdrücklich vor einmaligen Abfragen. Sichtbarkeit sollte als Verteilung möglicher Antworten und nicht als einzelner fester Messwert verstanden werden.

Zu messen sind:

  • Wiederholungen desselben Prompts,
  • verschiedene Formulierungen derselben Nutzerabsicht,
  • mehrere Messzeitpunkte,
  • unterschiedliche Plattformen,
  • Sprachen und Märkte.

Auch kleine Prompt-Veränderungen können die Auswahl empfohlener Marken deutlich verändern. Eine aktuelle Untersuchung kommerzieller Empfehlungsfragen stellte fest, dass verschiedene Formulierungen derselben Absicht teilweise deutlich weniger übereinstimmende Marken lieferten als Wiederholungen desselben Wortlauts.

Für ein belastbares Monitoring benötigen Sie daher:

  • stabile Kernprompts,
  • kontrollierte Wiederholungen,
  • getrennte Prompt-Varianten,
  • dokumentierte Messbedingungen.

Welche Kennzahlen sind für Markenerwähnungen sinnvoll?

Erwähnungsquote

Die Erwähnungsquote zeigt, in welchem Anteil der geprüften Antworten eine Marke erscheint.

Formel:

Antworten mit Markenerwähnung ÷ alle geprüften Antworten × 100

Beispiel:

Eine Marke erscheint in 8 von 20 Antworten.

Die Erwähnungsquote beträgt 40 Prozent.

Der Wert sollte immer für eine klar definierte:

  • Plattform,
  • Prompt-Gruppe,
  • Sprache,
  • Messperiode

berechnet werden.

Empfehlungsquote

Die Empfehlungsquote erfasst nur Antworten, in denen die Marke für einen konkreten Bedarf vorgeschlagen wird.

Formel:

Antworten mit Anbieterempfehlung ÷ alle kaufnahen Antworten × 100

Eine Auflistung ohne erkennbare Auswahl oder Eignungsbegründung sollte nicht als Empfehlung gezählt werden.

Quellenquote

Die Quellenquote zeigt, wie häufig die eigene Domain als sichtbare Quelle erscheint.

Formel:

Antworten mit eigener Domain als Quelle ÷ alle geprüften Antworten × 100

Sie muss getrennt von der Erwähnungsquote ausgewertet werden, da eine Marke ohne eigene Quellenangabe genannt werden kann.

AI Share of Voice

Der AI Share of Voice vergleicht die eigenen Nennungen mit den Erwähnungen definierter Wettbewerber.

Beispiel:

  • eigene Marke: 12 Nennungen,
  • Wettbewerber A: 18 Nennungen,
  • Wettbewerber B: 10 Nennungen.

Insgesamt wurden 40 Markennennungen erfasst.

Der eigene AI Share of Voice beträgt:

12 ÷ 40 × 100 = 30 Prozent

Ahrefs verwendet AI Share of Voice neben Mentions, Citations und Impressions ebenfalls als eigenständige Kennzahl für den Wettbewerbsvergleich.

Der Wert sollte nicht isoliert interpretiert werden. Ein hoher Anteil bei allgemeinen Informationsprompts kann wirtschaftlich weniger relevant sein als ein niedrigerer Anteil bei konkreten Entscheidungsfragen.

Konsistenzquote

Die Konsistenzquote zeigt, in wie vielen Wiederholungen desselben Prompts eine Marke erscheint.

Beispiel:

Ein Prompt wird fünfmal ausgeführt. Die Marke erscheint in drei Antworten.

Konsistenzquote:

3 ÷ 5 × 100 = 60 Prozent

Positionierungsgenauigkeit

Die Positionierungsgenauigkeit misst, wie häufig die Marke fachlich korrekt eingeordnet wird.

Beispiel:

Die Marke erscheint in zehn Antworten. In acht Antworten stimmen Leistung, Zielgruppe und Spezialisierung.

Positionierungsgenauigkeit:

8 ÷ 10 × 100 = 80 Prozent

Fehlerquote

Die Fehlerquote erfasst Antworten mit falschen oder veralteten Unternehmensangaben.

Sie ist besonders wichtig, wenn KI-Systeme:

  • nicht mehr angebotene Leistungen nennen,
  • falsche Standorte verwenden,
  • Preise erfinden,
  • Marken verwechseln,
  • ungeeignete Zielgruppen zuordnen.

Prominenzwert

Der Prominenzwert bewertet die Sichtbarkeit innerhalb der Antwort.

Mögliche Kriterien:

  • Position,
  • Länge der Beschreibung,
  • Wiederholung der Marke,
  • Hervorhebung,
  • Begründung einer Empfehlung.

Auch dieser Wert sollte als eigene Methodik transparent dokumentiert werden.

Welche Prompts sollten überwacht werden?

Ein belastbares Mention-Monitoring benötigt mehrere Prompt-Gruppen.

Markenprompts

Beispiele:

  • Was bietet Gerlach Media an?
  • Ist Gerlach Media eine GEO-Agentur?
  • Für welche Unternehmen arbeitet Gerlach Media?

Markenprompts helfen, das direkte Markenbild zu prüfen. Sie überschätzen jedoch häufig die neutrale Marktsichtbarkeit, weil der Name bereits in der Frage enthalten ist.

Kategorieprompts

Beispiele:

  • Welche GEO-Agenturen gibt es in Deutschland?
  • Welche Tools messen KI-Sichtbarkeit?
  • Welche Anbieter übernehmen GEO-Monitoring?

Problem-Prompts

Beispiele:

  • Wie kann ein Industrieunternehmen seine Sichtbarkeit in ChatGPT verbessern?
  • Wie erkennt ein Unternehmen, ob Wettbewerber in KI-Antworten dominieren?

Vergleichsprompts

Beispiele:

  • Welche GEO-Monitoring-Anbieter gibt es?
  • Welche Agenturen verbinden GEO-Analyse, Strategie und Betreuung?
  • Welche Tools speichern vollständige KI-Antworten und Quellen?

Anbieterprompts

Beispiele:

  • Welche GEO-Agentur eignet sich für B2B?
  • Welche Anbieter arbeiten mit Industrieunternehmen?
  • Wer bietet GEO-Strategie und laufendes Monitoring aus einer Hand?

Entscheidungsprompts

Beispiel:

Welche GEO-Agentur eignet sich für einen mittelständischen Maschinenbauer mit erklärungsbedürftigen Produkten und internationalem Vertrieb?

Diese Prompts besitzen meist die höchste wirtschaftliche Nähe.

Der Artikel Prompts für GEO-Monitoring zeigt, wie ein systematisches Prompt-Set aus Entscheidungsphasen und Sichtbarkeitszielen entwickelt wird.

Wie häufig sollten Markenerwähnungen gemessen werden?

Es gibt keinen allgemeingültigen Messrhythmus für jedes Unternehmen.

Als pragmatische Arbeitsweise empfehlen wir:

  • wichtige Prompts mehrfach pro Messpunkt,
  • stabile Kernprompts für historische Vergleiche,
  • getrennte Varianten derselben Nutzerabsicht,
  • monatliche oder laufende Messung,
  • plattformspezifische Auswertung,
  • quartalsweise strategische Bewertung.

Bei stark schwankenden oder wirtschaftlich besonders wichtigen Prompts können kürzere Intervalle und zusätzliche Wiederholungen sinnvoll sein.

Entscheidend ist, dass Messbedingungen und Methodik stabil bleiben.

Eine einzelne Antwort sollte nicht als langfristiger Sichtbarkeitszustand interpretiert werden. Der Beitrag Warum KI-Antworten unterschiedlich ausfallen erklärt die Ursachen dieser Schwankungen.

Markenerwähnungen für B2B-Unternehmen

B2B-Entscheidungen werden häufig von mehreren Personen vorbereitet.

Relevante Rollen sind:

  • Geschäftsführung,
  • Marketing,
  • Vertrieb,
  • Einkauf,
  • technische Leitung,
  • Fachabteilung.

Jede Rolle stellt andere Fragen.

Geschäftsführung

Welche GEO-Agentur eignet sich für ein mittelständisches Unternehmen?

Marketing

Welche Agentur misst Sichtbarkeit in ChatGPT, Gemini und Perplexity?

Vertrieb

Wie lässt sich erkennen, welche Wettbewerber bei Anbieterfragen genannt werden?

Einkauf

Welche Anbieter bieten laufendes GEO-Monitoring mit Wettbewerbsvergleich?

Eine Marke kann deshalb in einem Prompt-Cluster stark und in einem anderen kaum sichtbar sein.

Das Monitoring sollte nicht nur einen Gesamtwert ausgeben. Es muss zeigen, bei welchen Rollen und Entscheidungsphasen die Marke tatsächlich berücksichtigt wird.

Markenerwähnungen für Industrieunternehmen

Bei Industrieunternehmen sollten Prompts technische und wirtschaftliche Anforderungen verbinden.

Beispiele:

  • Welche Hersteller fertigen Rohrhalter nach Zeichnung?
  • Welche Unternehmen verarbeiten PEEK für Bauteile im Maschinenbau?
  • Welche Anbieter liefern Rohrschlitten für thermisch belastete Rohrleitungen?
  • Welche Hersteller besitzen Erfahrung mit Kleinserien für die Chemieindustrie?
  • Welche Lieferanten bieten technische Beratung und Fertigung in Deutschland?

Für die Bewertung ist nicht nur wichtig, ob ein Hersteller genannt wird.

Zu prüfen ist:

  • Wird das richtige Produkt genannt?
  • Stimmen Werkstoffe und Verfahren?
  • Wird Zeichnungsfertigung erkannt?
  • Wird die passende Branche zugeordnet?
  • Stimmen Normen und Zertifizierungen?
  • Wird der Hersteller mit ungeeigneten Anwendungen verbunden?

Eine allgemeine Nennung als Kunststoffunternehmen besitzt weniger Wert als eine korrekte Einordnung als Hersteller spanend bearbeiteter Hochleistungskunststoffteile für bestimmte Anwendungen.

Wie werden falsche oder veraltete Markenaussagen behandelt?

Falsche Angaben sollten systematisch dokumentiert und nicht nur als einzelne Fehlantwort betrachtet werden.

Der Prozess:

  1. Antwort vollständig speichern,
  2. Prompt, Plattform und Datum dokumentieren,
  3. sichtbare Quellen prüfen,
  4. eigene Website kontrollieren,
  5. widersprüchliche Drittquellen identifizieren,
  6. korrekte Informationen klar veröffentlichen,
  7. fehlerhafte externe Angaben nach Möglichkeit korrigieren lassen,
  8. denselben Prompt erneut beobachten.

Mögliche Ursachen sind:

  • veraltete Unternehmensseiten,
  • alte Verzeichniseinträge,
  • widersprüchliche Leistungsbeschreibungen,
  • frühere Markenpositionierungen,
  • fehlerhafte Drittquellen,
  • unklare oder fehlende aktuelle Angaben.

Unternehmen können die Antwort eines fremden Systems nicht direkt kontrollieren. Sie können jedoch das öffentlich zugängliche Informationsumfeld konsistenter und eindeutiger gestalten.

Welche Rolle spielen externe Quellen?

Markenerwähnungen entstehen nicht ausschließlich auf Basis der eigenen Website.

Generative Systeme können für webgestützte Antworten unter anderem Informationen aus:

  • Fachmedien,
  • Kundenwebsites,
  • Partnerseiten,
  • Verbänden,
  • Verzeichnissen,
  • Vergleichsportalen,
  • Community-Plattformen

verwenden.

ChatGPT Search kann Anfragen in gezielte Suchanfragen umformulieren und daraus Antworten mit externen Quellen erstellen.

Auch bei Google können unterschiedliche generative Suchfunktionen verschiedene Quellen und Links verwenden. Google stellt mittlerweile eigene Search-Console-Berichte für Impressionen und Klicks innerhalb generativer Suchfunktionen bereit. Diese Daten messen jedoch Websitepräsenz und nicht sämtliche Markennennungen ohne Link.

Die Artikel Digital PR und GEO und Backlinks und GEO erklären, wie externe Quellen, Markenerwähnungen und Links strategisch aufgebaut und getrennt bewertet werden.

Was unser eigenes GEO-Monitoring zeigt

Unser eigenes AI Visibility Tool speichert vollständige Antworten, Quellen, Wettbewerber und historische Entwicklungen für definierte Prompt-Sets.

Dabei zeigen sich mehrere wiederkehrende Muster.

Markennennung und Quellenlink treten nicht zwingend gemeinsam auf

Eine Marke kann als Anbieter genannt werden, obwohl die eigene Website nicht als Quelle erscheint.

Umgekehrt kann eine eigene Fachseite zitiert werden, ohne dass der Firmenname innerhalb der Antwort hervorgehoben wird.

Dieselbe Marke kann verschiedene Rollen erhalten

Ein Unternehmen kann je nach Prompt erscheinen als:

  • Anbieter,
  • Quelle,
  • Beispiel,
  • Vergleichsoption,
  • empfohlene Lösung.

Diese Rollen besitzen unterschiedliche strategische Bedeutung.

Anbieterlisten verändern sich zwischen Durchläufen

Ein Unternehmen kann bei einer Abfrage erscheinen und beim nächsten Durchlauf durch einen Wettbewerber ersetzt werden.

Deshalb ist eine einzelne Nennung noch keine stabile Markensichtbarkeit.

Fachliche Zuordnung ist ein eigener Messwert

Eine Marke kann häufig genannt werden, aber mit einer zu allgemeinen oder falschen Leistungsbeschreibung.

Eine niedrigere Erwähnungsquote mit hoher Positionierungsgenauigkeit kann strategisch wertvoller sein als viele unpräzise Nennungen.

Allgemeine und spezifische Prompts zeigen andere Wettbewerber

Breite Anbieterfragen bringen häufig große und bekannte Marken hervor.

Spezifische B2B- und Industrieprompts erzeugen kleinere, aber wirtschaftlich relevantere Wettbewerbsfelder.

Share of Voice allein reicht nicht

Zwei Unternehmen können dieselbe Erwähnungsquote besitzen und dennoch völlig unterschiedlich sichtbar sein.

Ein Anbieter erscheint möglicherweise häufig in allgemeinen Listen. Der andere wird seltener genannt, dafür aber regelmäßig bei konkreten Entscheidungsfragen empfohlen.

Für die strategische Bewertung ist die zweite Sichtbarkeit häufig wertvoller.

Vollständige Antworten müssen gespeichert werden

Ein Score allein zeigt nicht:

  • welche Aussage getroffen wurde,
  • welche Quelle verwendet wurde,
  • welche Wettbewerber erschienen,
  • welche Einschränkungen genannt wurden,
  • ob die Marke korrekt eingeordnet wurde.

Auch in unserem Fachbuch zur Sichtbarkeit in KI-Systemen behandeln wir Markenerwähnungen deshalb nicht wie klassische Rankings. Eine generierte Antwort ist ein möglicher Antwortzustand, der über mehrere Prompt-Gruppen, Durchläufe und Zeitpunkte bewertet werden muss.

Wie lassen sich Markenerwähnungen verbessern?

Eine Markenerwähnung kann nicht direkt bestellt oder garantiert werden.

Unternehmen können jedoch die Voraussetzungen verbessern.

Positionierung präzisieren

Die Website sollte klar zeigen:

  • welche Leistungen angeboten werden,
  • für welche Zielgruppen,
  • in welchen Branchen,
  • mit welcher Spezialisierung,
  • mit welchen Methoden und Erfahrungen.

Relevante Inhalte veröffentlichen

Sinnvolle Inhalte sind:

  • Grundlagen,
  • Vergleiche,
  • Entscheidungshilfen,
  • Anwendungsfälle,
  • Brancheninhalte,
  • eigene Studien,
  • Methoden und Fachmeinungen.

Der Beitrag Content für KI-Suchsysteme erläutert, wie solche Inhalte aufgebaut werden.

Externe Quellen entwickeln

Dazu gehören:

  • Fachmedien,
  • Kundenberichte,
  • Partnerseiten,
  • Verbände,
  • Fachbücher,
  • Studien,
  • Interviews.

Die externe Quelle sollte die gewünschte Verbindung zwischen Marke, Leistung und Zielgruppe klar benennen.

Informationen konsistent halten

Zu prüfen sind:

  • Unternehmensname,
  • Leistungen,
  • Standort,
  • Ansprechpartner,
  • Preise,
  • Produkte,
  • externe Profile.

Widersprüchliche Angaben erschweren eine eindeutige Zuordnung.

Konkrete Prompt-Lücken bearbeiten

Nicht allgemein „mehr Content“ erstellen.

Stattdessen sollte geprüft werden:

  • Bei welcher Frage fehlt die Marke?
  • Welche Wettbewerber erscheinen?
  • Welche Auswahlkriterien nennt das System?
  • Welche Informationen oder Quellen fehlen?

Eine GEO-Strategie übersetzt diese Lücken in priorisierte Maßnahmen.

Typische Fehler bei der Messung

Nur den Markennamen zählen

Der fachliche Kontext der Erwähnung bleibt unsichtbar.

Markenprompts überbewerten

Direkte Fragen mit dem Unternehmensnamen sagen wenig über neutrale Anbietersichtbarkeit aus.

Erwähnung mit Empfehlung verwechseln

Eine Marke in einer Liste wurde noch nicht zwingend für den konkreten Bedarf empfohlen.

Einen Quellenlink voraussetzen

Eine Markennennung kann ohne sichtbare Quellenangabe oder Link auftreten.

Nur einen Durchlauf messen

Eine zufällige Einzelnennung wird als stabiler Zustand interpretiert.

Plattformen zusammenfassen

ChatGPT, Google, Gemini und Perplexity können unterschiedliche Anbieter und Quellen zeigen. Eine aktuelle Mehrmodellstudie fand in ihrer untersuchten Stichprobe nur in 41,6 Prozent der Fälle dieselbe führende Marke über alle drei geprüften Modelle hinweg. Das Ergebnis ist noch kein allgemeiner Branchenwert, zeigt aber die Notwendigkeit getrennter Plattformmessungen.

Sentiment vollständig automatisieren

Gemischte, technische oder bedingte Aussagen werden leicht falsch klassifiziert.

Share of Voice ohne Gewichtung verwenden

Allgemeine Informationsfragen und konkrete Entscheidungsfragen erhalten denselben Wert.

Implizite Nennungen zu großzügig zählen

Eine allgemeine Beschreibung, die auf mehrere Unternehmen passen könnte, ist keine eindeutige Markenerwähnung.

Von der einzelnen Nennung zur belastbaren Markensichtbarkeit

Eine einzelne Markenerwähnung zeigt nur, dass eine Marke in einem bestimmten Antwortzustand berücksichtigt wurde.

Belastbare Markensichtbarkeit entsteht erst, wenn das Unternehmen über:

  • relevante Prompt-Gruppen,
  • mehrere Durchläufe,
  • verschiedene Messzeitpunkte,
  • passende Plattformen

wiederkehrend und fachlich korrekt erscheint.

Eine GEO-Analyse zeigt, bei welchen Fragen die Marke aktuell genannt, falsch eingeordnet oder von Wettbewerbern verdrängt wird.

Ein laufendes GEO-Monitoring beobachtet anschließend:

  • Erwähnungsquote,
  • Empfehlungen,
  • Quellen,
  • Wettbewerber,
  • Positionierungsgenauigkeit,
  • Konsistenz,
  • historische Entwicklung.

Der entscheidende Messwert ist nicht die größtmögliche Zahl an Markennennungen. Relevant ist, ob eine Marke bei wirtschaftlich wichtigen Fragen regelmäßig, sichtbar und fachlich passend berücksichtigt wird.

Was sind Markenerwähnungen in KI-Systemen?
Eine Markenerwähnung liegt vor, wenn ein KI-System ein Unternehmen, eine Marke, ein Produkt oder eine Leistung innerhalb seiner Antwort ausdrücklich nennt oder eindeutig beschreibt. Die Erwähnung kann mit oder ohne Link und Quelle erfolgen.
Was ist der Unterschied zwischen Markenerwähnung und Zitation?
Bei einer Markenerwähnung erscheint die Marke im Antworttext. Bei einer Zitation wird eine Webseite als Informationsquelle ausgewiesen. Eine Marke kann genannt werden, ohne dass ihre Domain verlinkt wird, und eine Domain kann als Quelle erscheinen, ohne dass die Marke hervorgehoben wird.
Wie lassen sich Markennennungen in ChatGPT messen?
Benötigt wird ein festes Set relevanter Marken-, Kategorie-, Vergleichs- und Entscheidungsprompts. Die Antworten sollten mehrfach ausgeführt und vollständig gespeichert werden. Erfasst werden Erwähnungen, Empfehlungen, Quellen, Wettbewerber, Prominenz und fachliche Zuordnung.
Ist jede Markenerwähnung positiv?
Nein. Eine Marke kann neutral, positiv, kritisch, gemischt oder sachlich falsch dargestellt werden. Deshalb müssen neben der reinen Erwähnung auch Kontext, Sentiment, Positionierungsgenauigkeit und Aktualität geprüft werden.
Können Unternehmen Markenerwähnungen in KI-Antworten garantieren?
Nein. Unternehmen können ihre Inhalte, Positionierung und externe Quellen verbessern, kontrollieren aber nicht die Antworten fremder KI-Systeme. Eine seriöse GEO-Strategie arbeitet deshalb mit wiederholten Messungen und langfristigen Entwicklungen statt mit garantierten Nennungen.